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Kurzchronik |
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Wir bedanken uns bei Konrad Hubmann für die Kurzchronik und das Bildermaterial. |
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Kurze Geschichte der Ortschaft Iber Vorläufige Fassung vom Sept. 2002 von Konrad Hubmann Nachdruck oder Kopien nur mit Zustimmung des Verfassers
Wie vorgeschichtliche Funde in der näheren und weiteren Umgebung
ergeben haben, war der Raum beidseitig des Vilstales um Hahnbach schon in vorchristlicher Zeit verhältnismäßig dicht besiedelt. Die Ortschaft Iber als solche dürfte bereits gegen Ende des 10. Jahrhunderts im Verlauf einer Der Ortsname Iber, der in Deutschland nur zweimal vorkommt, ist
höchstwahrscheinlich von dem slavischen (wendisch-sorbischen) Namen "Nebor" abgeleitet. In mittelalterlichen Urkunden werden auch die Namen Iberer, Uber und Eber gebraucht.
Iber erscheint urkundlich erstmalig bereits 1109 (und wieder 1143) im Gründungsbuch von Auch durch den
7-jährigen Krieg 1756-63 wurde die Oberpfalz vielfach beunruhigt. In bzw. nach dieser Notzeit errichteten die "Iberinger", wie sich die Einwohner in der Mundart selbst nennen, im Jahre 1760
(lt. Heinrich Hager) bzw. 1769 (lt. "Vorbericht" um 1900 in den "Kapellenakten") eine Kapelle, "in der sie sich zu tröstendem Gebet zusammenfinden konnten"
(Hager). Leider wurde diese Kapelle 1957 dem sog. Fortschritt geopfert und abgerissen, um eine geradere Führung der neuen Kreisstrasse zu ermöglichen. 1882
stellte die damalige Gemeinde Iber auf behördliche Anordnung aus Männern der zugehörigen Ortschaften Dürnsricht, Pickenricht und Luppersricht eine Pflichtfeuerwehr zusammen. 1887
beschaffte man für sie eine zweirädrige Spritze und baute dafür ein Spritzenhäuschen in Iber. 1908 entstand aus der ursprünglichen Pflichtfeuerwehr der Gemeinde die "Freiwillige Feuerwehr
Eine gewisse Blütezeit erlebte die Ortschaft in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg. Um 1920/21
entstanden das "Kriegerdenkmal" mit den Namen der gefallenen Soldaten und das "Heimkehrerdenkmal", das die aus dem Krieg unversehrt wieder Heimgekommenen zum Dank dafür errichten ließen.
Im Inflationsjahr 1922 begann die Gemeinde mit dem Bau eines neuen Schulhauses mit Lehrerwohnung. Die neue Schule wurde am 1.Okt. 1924 eingeweiht. In Iber bestand jedoch schon um 1750
eine sog. "Winkelschule", an der jedoch keine richtigen Lehrer, sondern schreibkundige Handwerker oder auch der Dorfhirt die Kinder unterrichtet hatten. Schon 1926 verlegten die Ortsbewohner von
einer Quellfassung bei Großalbershof aus eine eigene zentrale Wasserleitung für den ganzen Ort. Für die damalige Zeit und für einen so kleinen Ort war das eine sehr fortschrittliche Baumaßnahme, aber auch eine gewaltige finanzielle
Leistung. 1930 erhielt die Ortschaft das "elektrische Licht". Auch damit waren große Ausgaben verbunden. Der Bau einer schon 1929/30
geplanten "richtigen" Kirche musste damals u.a. wegen der großen finanziellen Belastungen der zurückliegenden Jahre zurückgestellt werden. Erst 1934 begann man nach den Plänen von Architekt Rogler / Amberg mit dem
Neubau. Fast alle handwerklichen Arbeiten, vom Brechen der Fundament-Steine im Steinbruch (bei Edelsfeld) bis zur Dachdeckung führten die Einwohner von Iber – zum Teil mit Unterstützung von Helfern aus Nachbarorten - selbst aus. Am
21. Mai 1936 war die feierliche Einweihung durch Weihbischof Dr. Johannes Babtist Höcht von Regensburg. Der 2. Weltkrieg von 1939-45
und die Nachkriegszeit brachten auch für die Menschen in Iber viel Leid und Entbehrungen. Elf junge Männer waren gefallen oder vermisst, andere in langer Gefangenschaft. Erst in den 50er Jahren ging es wieder aufwärts.
In den Jahren von 1957-59
wurden im Rahmen der "Flurbereinigung" viele Maßnahmen zur "Modernisierung" in der Landwirtschaft und der Ortschaft durchgeführt, die teilweise auch tatsächliche Verbesserungen gebracht haben. Leider waren dabei auch solche, die aus
heutiger
Sicht mehr oder weniger negativ zu beurteilen sind, zum Beispiel: Ausräumung der Landschaft durch Beseitigung von Bäumen und Feldgehölzen, Abriss der alten Kapelle von 1760 zur Begradigung der Kreisstraße, Verrohrung des bis dahin frei fließenden Leherbaches im Dorfbereich, der erst in 2002 wieder teilweise geöffnet worden ist.
Unter der geistlichen Leitung von Benefiziat Heinrich Hager aus Hahnbach gründete sich 1957
die "Katholische Landjugend Iber". Sie ist seither ein sehr lebendiges Element im Leben des Ortes und hat ihn durch ihre vielseitigen Aktivitäten weit über den Landkreis hinaus bekannt gemacht. Beispielhaft seien genannt: "Spiele ohne Grenzen" und andere sportliche Wettbewerbe sowie seit den 80er Jahren das jährliche Sommernachtsfest mit bis zu 5000 Besuchern aus nah und fern. Auch in sozialer Hinsicht hat sich die KLJ Iber wiederholt schon Verdienste erworben.
1962/63 wurde anstelle des alten "Löschmaschinenhäuschens" von 1908 ein neues Feuerwehrgerätehaus errichtet und 1964 ein motorisiertes Feuerwehrfahrzeug beschafft sowie ein Löschteich gebaut. Das Jahr1971
brachte mit der sog. Gebietsreform die Auflösung der früheren Gemeinde Iber und den Zusammenschluss mit dem Markt Hahnbach und anderen Gemeinden zur Marktgemeinde Hahnbach. Wegen der unterschiedlichen Meinungen dazu entstanden damals zum Teil viel Unruhe und Unfrieden in der Ortschaft. Glücklicherweise ist das heute überwunden.
Ebenfalls 1971
wurde die Ortschaft Iber an die überörtliche zentrale Wasserversorgung der "Mimbacher Gruppe" angeschlossen. Die alte Wasserleitung von Großalbershof aus dem Jahr 1925 hat man zum Teil neu verlegt; sie dient heute nur mehr der Versorgung des Löschteiches und einiger Brunnen. Dadurch bleibt jedoch das alte Wasserbezugsrecht für die Ortschaft erhalten.
Im Juli des Jahres wurde Iber von einem großen Unwetter heimgesucht, das zum größten Hochwasser seit Menschengedenken führte. Fast alle Anwesen entlang des Leherbachs (früher in alten Karten wegen der vielen
Durchgänge auch als "Furthbach" bezeichnet), standen unter Wasser. Weil sich ähnliche Hochwässer auch in den folgenden Jahren immer wieder ereigneten, stellte sich zunehmend die Frage, wie eine Hochwasserfreimachung
erreicht werden könnte. 1975, nach Bau eines neuen großen Schulhauses in Hahnbach, wurde die Schule in Iber aufgelöst und in einem der früheren Schulräume nach entsprechenden Umbauten das heutige Jugendheim als
Versammlungsort für die ganze Ortschaft eingerichtet. 1983
hielt die FFW Iber in großem Rahmen und mit Beteiligung von über 80 Vereinen und Gruppen aus der gesamten Umgebung ein großes Fest zum 100jährigen Bestehen als Feuerwehr und zum 75jährigen Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr.
1985 feierte die Filial-Kirchengemeinde von Iber das 50jährige Bestehen der "Bruder-Konrad-Kirche. 1989
wurde auf Anregung des Gartenbau-Kreisvorsitzenden Josef Stauber der "Gartenbauverein Iber und Umgebung" (GBV) gegründet. Unter seinem 1. Vorsitzenden Eduard Eckl entwickelte er sich rasch zu einem sehr aktiven Verein, der nicht nur auf dem Gebiet Gartenbau, sondern auch anderweitig vielseitig tätig ist. Insbesondere in einer naturnahen Ortsverschönerung durch Pflanzungen und in der Pflege der öffentlichen Anlagen sieht er seine Hauptaufgabe. In dieser Hinsicht ist er auch in Nachbarorten engagiert. Unter Leitung des GBV beteiligt sich die Ortschaft jährlich an Aktionen, wie "Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft", an Blumenschmuck-Wettbewerben auf Gemeinde- und Kreisebene, an überörtlichen Veranstaltungen und Ausstellungen und dergleichen. Er veranstaltet auch selbst Vorträge, Baumschneidekurse, Aktionen im Ferienprogramm der Gemeinde mit Zeltlagern, Bau von Nistkästen, Brotbacken u.v.a.
1993 gab man zur besseren Übersichtlichkeit für Post, Rettungsdienste und auch für die Bürger die bisher (entsprechend der jeweiligen Bauzeit) durchlaufende Nummerierung der Anwesen auf und benannte die
Strassen und Wege neu. Dabei achtete man besonders darauf, altüberlieferte Flur- und Straßenbezeichnungen wieder aufleben zu lassen.
Die Feuerwehr erhielt zur Verbesserung des Brandschutzes ein neues modernes Feuerwehrfahrzeug. Der GBV beteiligte sich an einer sog. "Umweltwoche" in der Schule in Hahnbach unter dem Thema Kompostierung mit
einer Ausstellung und einer großen Schauwand. Schon seit anfangs der 90er Jahre, damals noch unter dem 1995 verstorbenen Bürgermeister Herbert Falk, bemühte sich die Gemeinde mit aktiver Unterstützung durch den
GBV Iber um Aufnahme in das staatliche Programm "Dorfsanierung" mit Kanalisation, Hochwassersicherung und Renaturierung des Leherbaches, Neugestaltung des Jugendheimes und des Kirchen-Umfeldes. Die
Überlegungen und Planungen dauerten zwar lange, führten aber ab 1996 in ein konkreteres Stadium. Weil das Feuerwehrhaus von 1964 für das neue größere Fahrzeug und die heutigen Bedürfnisse zu klein geworden war,
erbaute die Gemeinde 1997/98 unter großem Einsatz der Feuerwehrleute und der Bevölkerung ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Schulungsraum im Dachgeschoss. Nachdem die Gemeinde in der Dorfmitte beim neuen
Feuerwehrhaus größere Flächen erwerben konnte, die im Rahmen der bereits in Aussicht stehenden Dorf- und Bachsanierung zu einem zentralen Dorfplatz gestaltet werden sollten, errichtete der GBV 1998
dort einen neuen Dorfbackofen. Bei der baulichen Gestaltung und Ausführung orientierte man sich an alten Plänen und Backöfen in der Umgebung. Seither werden auf dem Dorfplatz jährlich ein großes Backfest, zu dem auch die überörtliche Bevölkerung eingeladen ist, und mehrere kleinere Backaktionen veranstaltet. Auch ein Brunnen, der aus der alten Wasserleitung von1925 gespeist wird, wurde dort angelegt.
1999 begannen die ersten Planungen für den Umbau und die Neugestaltung des Dorf- / Jugendheimes im Rahmen der Dorfsanierung. Zur Hochwasser-Freimachung, zur teilweisen Öffnung und Renaturierung des
Bachlaufes und zur Gestaltung des inneren und äußeren Dorfbereiches wurden seitens der Gemeinde und der beauftragten Planungsbüros verschiedene Planungen vorgelegt und mit den Bürgern diskutiert. Es war zum Teil sehr schwierig, die
verschiedenen privaten und öffentlichen Interessen aufeinander abzustimmen. Auf Anregung des GBV und der Feuerwehr wurde die, seit Einführung der "Landjugendkirwa" vernachlässigte
"Allerwelts"-Kirchweih im Oktober wiederbelebt. Sie wird seither mit Brotbacken, Schlachtschüsselessen und Musik wieder gebührend gefeiert. Im Jahr 2000 beteiligte sich der GBV an der Blumenolympiade
des Landkreises. Eine Teilnehmerin aus Iber errang dabei sogar einen 1. Preis. Die Bau- und Umbauarbeiten im Jugendheim wurden begonnen und über Winter und Frühjahr unter großem Einsatz von Landjugend, Feuerwehr und
GBV ins neue Jahr fortgeführt, so dass im Juni 2001die Einweihung gefeiert werden konnte. 2001
begannen auch die Arbeiten an der Kanalisation und am Leherbach. Östlich der Ortschaft, "In der Lohe", wurden zwei Klärteiche angelegt; der Bach erhielt dort zum Teil ein neues Bett und wurde im Ortsbereich teilweise in neue große Rohre mit 1,60 m Durchmesser eingeleitet. Im Bereich des neuen Dorfplatzes, bis zum Feuerwehrhaus, wurde der Bachlauf zur Renaturierung wieder freigelegt.
Im Jahre 2002, führte die Kirchenverwaltung mit Unterstützung vieler Helfer die Neugestaltung und Eingrünung des Kirchen-Umfeldes durch. Dabei wurde auch die Treppe zur Kreisstraße erneuert und der Parkplatz
vergrößert. Der Kanalbau entlang des Leherbaches und die Hochwassersicherung durch Verlegung großvolumiger Rohre wurden fortgeführt. Westlich der Ortschaft hat man dem offenen Bach zum Teil ein neues Bett gegeben und
eine Rückstaumulde für das Hochwasser angelegt. Im Laufe des Jahres wurden diese Maßnahmen einschließlich Installation einer neuen Straßenbeleuchtung, der Wiederherstellung der beschädigten Ortsstraßen und der
Begrünung und Bepflanzung der Freiflächen größtenteils fertiggestellt. Die Ortschaft Iber hat damit mit großer Unterstützung durch die Gemeinde in den wenigen Jahren seit dem Neubau des Feuerwehrhauses 1997 eine
solche Fülle kleinerer und großer Baumaßnahmen bewältigt, dass in der Folgezeit durchaus wieder etwas Ruhe einkehren darf. Für die Zukunft gilt es, das Geschaffene zu bewahren und zu pflegen.
Quellen. Dr. Heribert Batzl: Chronik der Marktgemeinde Hahnbach 1991(?)
Heinrich Hager: "Ortschronik von Iber" in der Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Feuerwehr Iber 1958 Dr. Josef Weiß-Cemus: "Dürnsricht"- Anmerkungen zur Geschichte einer Ortschaft 1989
Konrad Hubmann: Chronik der Feuerwehr Iber 1983 Geschichte der Kirche in Iber 1990 Aufzeichnungen des Gartenbauvereins Iber und Umgebung ab 1989
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Blick auf Iber vom Hahnenbühl aus im Jahre 19 |
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