UnserBrotbackofen


Handwerk, Kunst undTradition des Brotbackens

Erinnerungenan längst vergangenes dörfliches Leben.
An notwendiges Mühen um das tägliche Brot.
Lebenserinnerungen an die Kindheit;
mitall seinen heute kaum noch vorstellbaren Entbehrungen.

Blieb doch die meist ungetrübte Erinnerung an die Tage, da der frische Brotduft

ausdemBackofen vom Wind durch das Dorf getragen wurde.
I nVerantwortung an das kulturelle Erbe, aus Traditionsbewusstsein, zur Förderung unser Dorfgemeinschaft und als Beitrag zur Gestaltung unsers Dorfplatzesentstand 1998 mit viel handwerklichen Geschick in unserem Dorf ein Oberpfälzer Dorfbackofen.

I nunserem Ort gab es früher mehrere, meist von verschieden Familiengemeinsam genutzten Brotbacköfen. Diese waren meist in einfacher,jedoch handwerklich geschickter Bauweise errichtet. Sie wurden meist, wohlwegen der Brandgefahr, freistehend und abseits vom Wohnhaus und Scheuneangeordnet. Ohne Schnörkel, schlicht, einfach, gedrungen dem Zweckentsprechendwaren diese kleinen Gebäude in jedem Oberpfälzer Dorf zu finden.Als Zeitzeugen dieser vergangenTage sind diese noch immer in manchen Dörfernin unserer Umgebung zuentdecken. In Iber wurden die letzten Backöfenals Hindernisse fürneue Bauvorhaben Anfang der 70er Jahre, welcheIronie auch von den jetzigenAkteuren, abgebrochen.

A lteFotos und Erinnerungen waren es, die bei einigen traditionsbewussten Mitgliedern unseres Gartenbauvereins den Anstoß für den Bau eines Dorfbackofens gaben. Die Erstellung eines Bauplan zur baurechtlichen Erlaubnis war dererste Schritt zur Umsetzung des Vorhabens. Danach folgten viele Wochenum sich das notwendige Wissen anzueignen, aus welchen Materialen und wiediese kleinen Kunstwerke früher gebaut wurden. Viele Backöfenin der Umgebungwurden besichtigt, Besitzer nach noch vorhanden Wissengefragt, gemessen und
fotografiert. Die Auskünfte wurden meist bruchstückhaft aber mit freudiger Erinnerung an den eigenen Backofen gerne an uns weitergegeben. Ein aktives und erfahrenes Backteam in ausBetzenberg (Birgland) gab uns dann letztendlich erschöpfende Auskünfteüber Ihre Erfahrung des Backofenbaus und des Brotbackens.

I mHerbst 1997 begann man bereits mit dem Sammeln und Zusammentragen von
Baumaterialien. Alte Dachziegel, meist noch handgeformte Mauerziegel und die bei uns früher verwendeten Rosenberger Schlackensteine, Sandsteine für das Sockel- mauerwerk, Bauholz, Schamottsteine für das Ofengewölbe usw. Dies alles stammte von Gebäudeabbrüchen aus der Umgebung.

I mFrühjahr 1998 haben wir unseren Backofen in einer Bauzeit von nur7Wochen
fertiggestellt. Im Umgang mit Natursteinen versierte Fachleute aus unserem Verein und deren Helfer, schafften diesin einer vorbildlichen Gemeinschaftsleistung.
Ein Vereinsmitglied stellte einen Raum inseinem Nebengebäude als Backstube zur Verfügung. Dieser Raumist mit einer gebrauchten Teigknetmaschine aus einer Bäckerei, mitMehlsieben, Mehllagerbehälter, Teigknet und Arbeitstischen sowie miteiner guten Raumheizung ausgestattet.

V ielleichtmit mehr Spannung aber mit gleicher Freude wie sie es Heute noch tun, bereitetendort unsere Frauen den Teig für unseren ersten Zwiebelkuchen zu.

E swar für alle Akteure und die geladenen Vereinsmitglieder eine freudiges Ereignis
als die Arbeit und Mühen beim Bau des Backofens mit den Gaumenfreuden eines selbst gebackenen Zwiebelkuchensbelohnt wurden. Nahezu mit Begeisterung war man nun bei der Sache und wolltenun auch das richtige Brotbacken versuchen. Dazu gab uns ein erfahrenerHobbybäcker aus Neumarkt sein Können mit samt einem hervorragendenBrotrezept weiter. Mit ausführlichen Erklärungen und
anschaulichen praktischen Vorführungen war er ein wertvoller Wegbereiter für unseren weiteren Erfolg am Backofen. Noch im September hatten wir zu einem Backofenfest nach Iber eingeladen.Der Ansturm war riesig und nur dem schlechtem Wetter war es zu verdanken,dass wir diesen Ansturm mit großen Anstrengungen bewältigenkonnten. Auch viele Ehrengäste konnten wir zu diesem Fest begrüßen.
Nach mehreren Backaktionen bis tief in den Herbst, erfahrungsreich und mit Freude auf die nächste Backsaisonklang das erste Jahr an unserem Backofen aus.

I nden Wintermonaten wurde von einigen Vereinsmitgliedern im gemeindeeigenen Stiftswald Brennholz geschlagen. Die ca. 1m langen Stammteile wurden derLänge nach geviertelt und zum trocknen aufgeschichtet. Nach einemJahr Trocknung können diese Backscheite wie sie auch genannt werden,zum Aufheizen des Backofens verwendet werden.

A uchim vergangenen Jahr (1999) wurden wieder mehrere Backaktionen durchgeführt die alle wieder ein großer Erfolg waren. Unser Backteam war inzwischen so eingespielt, dass es ohne große Vorbereitung bei passender Witterung ein kleines Fest mit schmackhaften Zwiebelkuchen oder Pizzas veranstalten konnte.
Dabei wurden die Pizzas frisch aus dem Holzbackofen zum beliebtesten Produkt vor allem bei den Kindern und der jüngerenGeneration. Dies ist auch nicht verwunderlich und kann auch ohne Übertreibunggesagt werden: Diese Pizzas aus unserm Backofen könnten vielleichtnur in Italienbesser schmecken.

N atürlichwurde unserer Backofen auch für die Veranstaltung zum Ferienprogramm fürdie Schulkinder genutzt. Auch da war es für das Backteam eine Freude wie den Kindern die frischen Pizzas mit gesteigerten Appetit verzehrten. Auch das Brotbacken kam in diesem Jahr nicht zu kurz. Wir sammelten dabei weitere wichtige Erkenntnisse die sowohl bei der Teigherstellung und amBackofen zu beachten sind. Soviel Fertigkeit und Fingerspitzengefühlhatten wir uns aber inzwischen angeeignet, dass wir immer gleichmäßigundknusprig gebackenes Brot aus dem Ofen holten.

E inHöhepunkt war auch dieses Jahr wieder das Backofenfest, das wieder großer Erfolg für unseren Verein war. Wir waren diesmal aberausreichend vorbereitet den Besucheransturm zu bewältigen.

D erBau des Brotbackofens in Iber war ein großer Gewinn für alle Beteiligten, für unseren Gartenbauverein und für die ganze Dorfgemeinschaft. Wir haben in der Backstube und am Backofen Stunden eines dörflichenMiteinanders mit innerlicher Hochstimmung und Zufriedenheit über diesenErfolg erlebt.
Selbst wenn die Zeit es mit sichbringt, dassdie Begeisterung schwindet und die Interessen sich verlagern,so stehtmit dem Bau auf unseren Dorfplatz ein Zeichen der Erinnerung an schönegemeinsame Tage im Verein und in der Dorfgemeinschaft die, so glaube ich,keiner der Aktiven vermissen möchte.

Anleitung zum Backofenbau, Brot- und Pizzabacken

Hier klicken zum download !!!   backb.zip
 
 

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